Ratgeber

Kaminbrand: erkennen, richtig reagieren, vorbeugen

Wenn der Rauchfang brummt und Funken sprüht: was jetzt zählt, was du auf keinen Fall tun darfst und wie es gar nicht erst so weit kommt.

Im Rauchfang lagert sich mit der Zeit Glanzruß ab, ein hartes, teerartiges Material. Es entsteht, wenn Holz zu feucht ist oder der Ofen zu oft glost. Erreicht dieser Belag die Zündtemperatur, brennt er mit über 1.000 Grad im Kamin. Zu Kaminbränden rücken wir auch in Afritz immer wieder aus, fast immer in der Heizsaison.

So erkennst du ihn

  • Funkenflug oder Flammen aus dem Rauchfang
  • ein dumpfes Brummen oder Dröhnen im Kamin, wie ein Hochofen
  • dichter, dunkler Rauch, oft mit beißendem Geruch im Haus
  • die Kaminwand wird sehr heiß, Putz kann reißen

Das tust du jetzt

  1. 122 wählen und „Kaminbrand" sagen. Adresse, Name, ob jemand im Haus ist.
  2. Ofentür und alle Klappen schließen, Luftzufuhr am Ofen ganz zudrehen. Weniger Luft, weniger Feuer.
  3. Alles Brennbare vom Kamin wegräumen, vor allem am Dachboden: Kisten, Kleider, Holz, das an der Kaminwand lehnt.
  4. Kein Wasser. Nie. Der Dampf sprengt den Rauchfang.
  5. Bei Rauch im Haus: raus, Türen zu, draußen auf uns warten und einweisen.

Die Feuerwehr kontrolliert den Kamin vom Keller bis zum Dach mit der Wärmebildkamera und bleibt, bis nichts mehr glüht. Der Rauchfangkehrer wird mitalarmiert und reinigt den Kamin. Danach darf der Ofen erst wieder in Betrieb, wenn der Rauchfangkehrer ihn freigibt.

Damit es nicht so weit kommt

  • Nur trockenes, unbehandeltes Holz heizen, mindestens zwei Jahre gelagert, unter 20 Prozent Restfeuchte. Nasses Holz verrußt den Kamin in einer Saison.
  • Nicht glosen lassen. Lieber heiß und kurz heizen als den Ofen stundenlang gedrosselt vor sich hin schwelen lassen.
  • Kein Müll, kein Karton, keine lackierten Bretter in den Ofen.
  • Regelmäßig kehren lassen. Die Kehrung ist Pflicht und die beste Versicherung gegen einen Kaminbrand.
  • Pellet- und Hackgutanlagen jährlich warten lassen, Aschelade regelmäßig leeren.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich einen Kaminbrand?

Funkenflug oder Flammen aus dem Rauchfang, ein dumpfes Brummen oder Dröhnen im Kamin, dichter dunkler Rauch, eine sehr heiße Kaminwand und ein beißender Geruch im Haus.

Darf ich einen Kaminbrand mit Wasser löschen?

Nein. Wasser verdampft im glühenden Kamin schlagartig, der Dampf braucht das 1.700-fache Volumen und kann den Rauchfang sprengen. Ofentüren und Klappen schließen, Luftzufuhr drosseln, 122 wählen.

Wer kommt bei einem Kaminbrand?

Die Feuerwehr und der Rauchfangkehrer. Wir sichern das Haus und kontrollieren mit der Wärmebildkamera Dachboden und Wände, der Rauchfangkehrer reinigt den Kamin mit Spezialwerkzeug. Beides ist nötig, weil ein Kaminbrand Stunden später noch die Decke entzünden kann.