Photovoltaik, Heimspeicher und Akkus: Brandschutz im modernen Haus
Solaranlage am Dach, Speicher im Keller, E-Bike im Flur: worauf es ankommt, damit Technik nicht zur Gefahr wird.
Fast jedes Haus hat heute Technik, die es vor zehn Jahren nicht gab: Solarmodule am Dach, einen Batteriespeicher im Keller, E-Bikes, Akkuschrauber, ein E-Auto in der Garage. Nichts davon ist gefährlich, solange man ein paar Regeln kennt.
Photovoltaik am Dach
Die Module erzeugen Strom, solange es hell ist. Auch wenn der Wechselrichter aus ist, liegt auf den Leitungen vom Dach Spannung an. Deshalb gehen Feuerwehren beim Löschen anders vor.
- Beim Notruf sagen, dass eine PV-Anlage am Haus ist. Wir stellen uns darauf ein.
- Ein Hinweisschild „Photovoltaikanlage" beim Hausanschluss oder Zählerkasten, dazu einen Plan, wo die Leitungen laufen und wo der DC-Freischalter sitzt.
- Wartung durch den Fachbetrieb: lose Stecker und beschädigte Kabel sind die häufigste Brandursache.
- Bei Rauch oder Geruch aus dem Wechselrichter: Gerät nicht öffnen, Anlage abschalten, wenn der Schalter gefahrlos erreichbar ist, 122.
Heimspeicher
Der Batteriespeicher gehört in einen trockenen, kühlen Raum mit Rauchmelder, nicht in den Fluchtweg, nicht neben Heizung oder brennbares Lager. Nur zugelassene Systeme, nur vom Fachbetrieb installiert. Ein Speicher, der ungewöhnlich warm wird, zischt oder riecht, ist ein Notfall: Raum verlassen, Tür zu, 122.
Akkus im Alltag: E-Bike, Scooter, Werkzeug
Lithium-Akkus sind sicher, bis sie beschädigt, überhitzt oder falsch geladen werden. Dann brennen sie heftig und lassen sich kaum löschen.
- Nur mit dem Originalladegerät laden, nie über Nacht unbeaufsichtigt, nie auf dem Sofa oder Teppich.
- Nicht im Fluchtweg laden, also nicht im Stiegenhaus, nicht vor der Wohnungstür und nicht im Schlafzimmer.
- Beschädigte Akkus (aufgebläht, heruntergefallen, nass geworden) nicht mehr verwenden und beim Händler oder im Altstoffsammelzentrum abgeben.
- Im Winter nicht eiskalt laden, im Sommer nicht in der prallen Sonne lassen.
E-Auto in der Garage
Elektroautos brennen nicht häufiger als andere Autos, aber anders und länger. Die Wallbox vom Fachbetrieb installieren lassen, in der Garage einen Rauchmelder, beim Laden nichts Brennbares ums Auto. Brennt ein E-Auto: Abstand, 122 mit dem Hinweis „Elektroauto", nicht selbst löschen.
Häufige Fragen
Brennt es mit Photovoltaik am Dach eher?
Nein, eine fachgerecht installierte und gewartete Anlage ist nicht gefährlicher als andere Haustechnik. Sie liefert aber bei Tageslicht immer Spannung und lässt sich nicht einfach abschalten. Darum muss die Feuerwehr beim Notruf davon wissen.
Wie lade ich E-Bike- und Werkzeugakkus sicher?
Nur mit dem Originalladegerät, nur beaufsichtigt, auf einer nicht brennbaren Unterlage und nie im Fluchtweg oder Schlafzimmer. Beschädigte, aufgeblähte oder heruntergefallene Akkus nicht mehr laden.
Was tun, wenn ein Akku brennt?
Raus aus dem Raum, Tür zu, 122 wählen und sagen, dass ein Akku brennt. Ein brennender Lithium-Akku lässt sich mit einem Haushaltslöscher kaum löschen und entwickelt giftigen Rauch. Nur ein kleiner Akku, der gefahrlos erreichbar ist, darf ins Freie oder in einen Kübel Wasser.